Thengis Rioni - Malerei, Grafik und Skulpturen
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Das "Romantische" seines Realismus bekundet sich auch in der grenzenlosen Apotheose des Weiblichen. Frauen sind der bevorzugte Gegenstand des Malers Thengis Rioni. In seinen Frauenporträts und in den Aktbildern spürt man die ungeheure Faszination, die das Weibliche, der weibliche Körper, die weibliche Schönheit, ihre Erotik und Daseinsart auf ihn ausübt. Diesen Teil seiner Kunst könnte man Arbeit am Rätsel der Frauen nennen. Dezent und dennoch genau, enthüllend aber niemals beschämend nähert er sich malerisch der Überfülle des weiblichen Facettenreichtums. In "Junge Philosophin" (2003) führt uns Thengis frauliche Klugheit und mädchenhafte Naivität vor. Der jungen Philosophin ist die Grundfrage der Philosophie aufgegeben, die Frage nach dem Ursprung. Sie hält sowohl das Ei wie die Henne in den Händen, wägt ab und schweigt. Weisheit liegt oft in der entschiedenen Entscheidungsverweigerung. In Bild "Der Traum der Reiterin" (2003) sind wir mit den Unabwägbarkeiten weiblicher erotischer Phantasien konfrontiert. Wird sich die Reiterin von der sehnsuchtsvollen Melodie des Jünglings verführen lassen oder ist sie - Aphrodite auf hohem Rosse sitzend - die eigentliche Herrin des Eros?

"Zwei Seiten des Lebens" (2002), formal eine künstlerische Hommage an futuristische Simultanität des Körpergestaltung, zeigt die beiden ambivalenten Zustände des Weiblichen, die dem interessierten Blick des männlichen Voyeurs aber zu entgehen scheinen. Wie nebenbei bezaubert den aufmerksamen Betrachter die gemalte Ironie und der fein modellierte Humor in den Bildern von Thengis Rioni.

"Das 21. Jahrhundert" (2003) - dieses Porträt einer Schauspielerin - zeigt noch einmal selbstbewusste Weiblichkeit erstrahlend in einem schönen Sonnenaufgang als Ikone des neuen Jahrtausends. Emanzipation ist auch eine Lust für die Männer - das könnte man als Botschaft diesem Bilde entnehmen.

Die Gemälde von Thengis Rioni sind Bilder der Sehnsucht, der Schönheit und des Nachdenkens. Sie scheinen aus einer fernen, fast vergessenen Welt zu kommen. Die Mitte Europas - sagte neulich ein Philosoph - liege ostwärts, dem Land am Kaukasus näher, als wir es wahrhaben wollen. Thengis Rioni bringt uns aus dieser nahen Ferne seine Bilder und wir entdecken in deren Exotik und Fremdheit - je länger wir sie betrachten um so genauer - immer wieder uns selbst.

(Hans Christian Förster)

The ''romantic'' in his realism appears too in the boundless glorification of the feminine. Women are Thengis Rioni's favorite subject. Looking at fascination which the female body, the female beauty, their eroticism and way of being exerts on him. This part of his work could be seen as work searching for the mystery of the female nature. Discreet but still exact. revealing but never embarrassing, through his painting he approaches the abundance of the many facets of a woman in their widest variety.

In "Young Philosopher" (2003), Thengis shows us both feminine wisdom and girlish naivety. The young philosopher is immersed in thought over the basic question of philosophy - the question of the origins of being. She is holding both a hen and an egg in her hands, lost in silent consideration. Wisdom often lies in the determined rejection of a decision.

In the picture "The Horsewoman's Dream" (2003) we are confronted with the inacessibility of female erotic phantasies. Will the horsewoman be seduced by the young man's yearning melody or is she herself - Aphrodite on her high horse - the actual master of eros?

"Two Sides Of Life" (2002), formally an artistic homage to the futuristic simultaneity in the corporation of bodies, shows both ambivalent female conditions which seem to escape the curious glance of the male voyeur. Seemingly incidentally, the painted irony and the delicately modelled humour in Thengis Rioni's pictures charm the attentive viewer.

"The 21st Century" (2003) - this portrait of an actress - again shows self-confident feminity radiant in a beautiful sunset as an icon of the new century. Emancipation is also the male 's pleasure - this could be a message of this painting.

Thengis Rioni 's paintings are images of Ionging, of beauty and of contemplation. They seem to be coming from a faraway almost forgotten world. Europe's center, as a philosopher just said recently - lies in the east, closer to the Caucasus than we imagine. Thengis Rioni brings his images to uns from this close yet faraway land and we can discover ourselves again and again in their exotic strangeness the longer we look at them in detail.

(Hans Christian Förster, translated by Anneke Gerloff)